UGANDA: GESUNDHEIT IN DER EIGENEN HAND

Binden selbst genäht – Schulfehlzeiten reduziert

Fertigkeiten im Schneidern und Aufklärungsunterricht erleichtern den Alltag von Mädchen.

Eine Gruppe ernster Mädchen und Jungen steht vor einer Pinnwand im Werkraum der Nambeeta-Schule. An der Pinnwand sind mehrere rosa, etwa zwölf Zentimeter lange und fünf Zentimeter breite Stoffe mit seitlichen Flügelchen angebracht. Sie erinnern an Kreuze. Gloria tritt vor und erklärt: Es seien die ersten selbstständig hergestellten, waschbaren Binden.

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Genähte Binden in der Nambeeta Schule

Foto: © Zukunftsstiftung Entwicklung

Mädchen und Jungen der Landschule lernen ab der siebten Klasse, wie Binden zu nähen und zu nutzen sind. Der Unterricht ist Teil der Aufklärung und Gesundheitsvorsorge, die die Lehrer*innen der Schule leisten. Die Schulkinder kommen aus Kleinbauernfamilien. Geld ist sehr knapp und wird nur seltenst für Hygieneartikel wie Binden für Mädchen und Frauen eingesetzt. Jungen und Mädchen werden gemeinsam unterrichtet, damit auch die Jungen die Bedeutung der Periode wie die Notwendigkeit, Hygieneartikel nutzen zu können, verstehen lernen. Für die Mädchen ist diese Notwendigkeit ohnehin jeden Monat klar, denn weit überwiegend bleiben sie während der Monatsblutung der Schule fern. Sie haben nichts, um das Blut aufzufangen. Fehlzeiten in der Schule führen zu schlechteren Noten und mangelnder Motivation, weiterzumachen. Häufig ist der Schulabbruch die Folge.

Dem wollen unsere sechs Partnerschulen in Uganda durch das Programm „Binden selbst genäht“ begegnen. Dafür brauchen sie mehr robuste Nähmaschinen an den Schulen. Pro gebrauchter Singer-Tretmaschine sind rund 75 Euro notwendig. Bei fünf zusätzlichen Nähmaschinen pro Schule sind dies 2.250 Euro. Dazu kommen Ausgaben für Nähnadeln, Nähgarn, Scheren, Knöpfe, wie auch kochbare Baumwollstoffe und saugfähige, ebenfalls kochbare Stoffe für die Einlage der Binden. Diese sind für ugandische Verhältnisse kostspielig. Jedes der 772 Mädchen an den Schulen soll vier bis fünf Binden erhalten. Dafür sind insgesamt 1.553 Euro notwendig. Dazu kommt für jedes Mädchen ein robuster Kochtopf zum Waschen der Binden, der für einen Feuerholz-sparenden Ofen geeignet ist (7,50 Euro).

Annette Massmann

Spendenkonto:

Zukunftsstiftung Entwicklung

IBAN: DE05 4306 0967 0012 3300 10

BIC: GENODEM1GLS

Spendenzweck:

Uganda: Binden selbst genäht (F 226)