+Waldorf-100.pdfEin Fest für Hessen ein Fest für die Welt

Mit einem rauschenden Fest haben die hessischen Waldorfeinrichtungen am 15. Juni in und vor der Alten Oper Frankfurt 100 Jahre Waldorfpädagogik gefeiert. Von 11 Uhr morgens bis spät in die Nacht waren das ehrwürdige Gebäude und auch der Opernplatz ganz in der Hand der Schulen. Diese nutzten die einmalige Gelegenheit, um nicht nur sich selbst zu feiern, sondern sich nach außen zu zeigen als eine Bewegung, die trotz ihres einhundertjährigen Bestehens gar nicht angestaubt ist und jede Menge Perspektiven für die Zukunft bietet.

Für die vielen Beteiligten und Besucher war es ein Tag der Superlative, ein Höhepunkt jagte den nächsten. Los ging es bereits am Morgen mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Das wirtschaftliche Wir“.

Anziehungspunkt nicht nur für Fotofreunde war am Nachmittag die Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung #waldorfweltweit. Für das Projekt haben renommierte Fotografen im Auftrag der Leica Camera AG das vielfältige Leben an Waldorfschulen weltweit portraitiert und daraus in Zusammenarbeit mit den Freunden der Erziehungskunst ein Fotobuch entwickelt, das in der Alten Oper erstmals gezeigt wurde.

+L23-Strick-Inn-mit Riesennadeln-Foto Silvia Groß.psd

Im Mozartsaal konnten die Besucher den ganzen Tag über ein buntes Programm erleben, von einer musikalischen Politrevue über ein Eurythmie-Märchen und Vorträge bis zu einer Zaubershow.

Aber selbst wer nicht bis in den Mozartsaal kam, dem wurde auf dem Opernplatz und in den Foyers des Hauses eine Menge geboten. Da wurde gebastelt und gesungen, geforscht und gearbeitet, gekostet und gefühlt, gehämmert und Blumenkränze gebunden. Von Formenzeichnen bis zum Selfie-Spot war alles dabei!

Es gab geschützte Räume wie die Jurte, die mehrere heilpädagogische Einrichtungen aufgebaut hatten und auch ganz große Bereiche wie die längste Monatsfeier der Welt, die den ganzen Tag lang auf dem Opernplatz Tausende Besucher begeisterte. Der E-Käfer vom Berufsbildungswerk der Freien Waldorfschule Kassel konnte direkt neben dem Prototyp des solargetriebenen Elektroautos Sion bestaunt werden, den die ehemaligen Waldorfschüler und jetzigen Gründer des Münchner Startups Sono-Motors vorstellten.

Höhepunkt des Tages war die große Abendgala im mit 2.200 Plätzen ausverkauften Saal der Alten Oper. Neben einer Eurythmieaufführung und Weltklasseartistik ehemaliger Waldorfschülerinnen erwartete die Zuschauer hier die Uraufführung des Waldorf-100-Songs der Band Hausi‘s Finest aus der Freien Waldorfschule Oberursel, für den Waldorfschüler*innen aus aller Welt Strophen ergänzt haben.

(https://vimeocom/341745399?width=1080)

Ein weiterer Höhepunkt war die Uraufführung der Lichtoper „Das Wesen der Farbe“ des renommierten Licht- und Tonkünstlers Ingo Bracke, der dieses Werk eigens für das hundertjährige Jubiläum entwickelt hat.

Kammer- und Schulorchester der Freien Waldorfschule Frankfurt sowie das knapp 200 Musikerinnen und Musiker zählende Hessenorchester und der 300 Stimmen starke Hessenchor boten außerdem musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Nicht zu vergessen die beiden Moderatoren Samuel und Sören, beides ehemalige Waldorfschüler, die mit Witz, Charme und verblüffenden Zaubertricks durch das Programm führten!

+L23-Abendgala Alte Oper-Foto StefanPohl.psd

Es war ein großartiger, rundum gelungener Tag, der mit seiner positiven Stimmung und den vielen gut angenommenen Angeboten nicht nur den Besucherinnen und Besuchern Waldorfpädagogik von einer ganz neuen Seite zeigte. Er bescherte auch den hunderten Beteiligten, die seit vielen Monaten darauf hingearbeitet hatten, viele beglückende Momente und erfüllte alle mit einem großen Gefühl der Freude, Gemeinsamkeit und Dankbarkeit. Dieses Gefühl zu bewahren und weiter nach außen zu tragen, die positive Energie zu nutzen, das ist nicht nur Aufgabe im Jubiläumsjahr, sondern weit darüber hinaus. Learn to change the world!

Für Hausi’s Finest hat der Abend noch ein positives Nachspiel. Ihr Waldorf-100-Song hat spontan so begeistert, dass die Band zum bundesweiten Waldorf-Festival nach Berlin eingeladen wurde, um ihn dort im Tempodrom vorzustellen.

Silvia Groß